Hebräische Fälze: Zwei im horizontalen Zeilenverlauf aus einer hebräischen Pergamenthandschrift geschnittene, um die erste und letzte Lage geklebte Streifen.
Fälze: Breite ca. 292 (= Höhe des Buchblocks), erhaltene Höhe der Streifen ca. 25.
Vermutlich zweispaltige Anlage der hebräischen Handschrift (möglichweise auch nur Quarthandschrift mit Langzeilen; dagegen spricht jedoch das Fehlen einer erkennbaren Blattfaltung). Spaltenbreite ca. 120, Spalten teilweise an der Außenseite beschnitten. Zeilenabstand ca. 7.
Eintrag erstellt von: Lackner 1997
Trägerhandschrift/Codex
Vorau, Augustiner-Chorherrenstift, Cod. 311
Handschrift von mehreren Händen gegen Ende des 14. Jh. oder um 1400 geschrieben (ein Haupttext), Hände daher gleichzeitig. Die Handschrift wegen des Vorbesitzers, der Pfarrer in Gratwein und Leibnitz war, wahrscheinlich in der Steiermark entstanden und auch hier gebunden. Die für die Diözese Breslau/Wroc³aw ausgestellte Urkunde Innozenz' VII. (1404-1406), die als (jetzt abgelöste) Spiegelblätter bzw. Fälze verwendet wurde, könnte möglichereise auf eine schon existierende Verbindung des Johann Duster zur Diözese Breslau bzw. zu Schlesien hindeuten.
Schmuckloser heller Ledereinband mit zum Großteil erhaltenen Buckelbeschlägen. Wie die Handschrift wohl in der Steiermark angefertigt; erstes Drittel des 15. Jh.; auf alle Fälle vor 1441.
Provenienz: Schenkungsvermerk auf 288v: Hanc summam dedit monasterio in Varaw reverendus et honorabilis vir dominus Iohannes Duster archidiaconus et licenciatus in iure plebanus in Gredweyn (dann von anderer Hand:) postea prepositus in Bratislavia. Datierter Vorauer Besitzvermerk auf 1r: Iste liber est monasterii beate Marie virginis sanctique Thome apostoli canonicorum regulariu in Voraw 1441.